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Uraufführung: 13. August 1998, Traverse Theatre, Edinburgh Schauspieler: Dania Horky, Anja Kimmelmann, Michael Schefts, Thomas Seiwald | |
| Der entscheidende Theatermoment ist jener, in dem der Unterschied zwischen toten, lebenden und fiktiven Personen aufgehoben ist, der Moment, in dem wir sehen, aus dem wir bestehen. Sarah Kanes "Crave" ist ein Text, der genau dort steht. "Crave" verlangt einen Raum, der nichts über sich erzählt, er muss vielmehr diesem Moment förderlich sein. Das KUB ist dieses hermetische Museum, das jeden in ihm befindlichen Gegenstand an die Schwelle jenes Moments führt. Die Figuren des Stücks A, B, C und M erzählen von dieser Empfindung. Klassische Dialoge gibt es nicht. A, B, C und M erzählen eine Geschichte. Vielleicht erzählen sie die identische Geschichte, sie tun es jedoch nicht in der gewohnten Form. Sie reden nicht miteinander, sondern aneinander vorbei. Sie stellen Fragen, die nicht beantwortet werden können. Sie geben Antwort auf Fragen, die nicht hörbar sind. Sie sprechen zum Publikum, zu sich, zu jemandem von draußen. Im Gegensatz zu anderen statischen und oratorienhaften Aufführungen von "Crave", die davon ausgehen, dass es sich um innere Monologe der Einsamkeit handelt, war diese Inszenierung besonders physical. Die Sprache wurde musikalisch und wie eine Architektur innerer Stimmen geführt, die nicht dialogisch, sondern simultan oder nebeneinander miteinander kommuniziert. | "Ich habe keine Musik, Gott, ich wünschte, ich hätte Musik, aber alles, was ich habe, sind Worte." |